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Nach einigen Stündchen Schlaf hatten wir uns einigermaßen erholt und so machten wir uns auf, die Stadt Quito kennenzu lernen.
Quito, die Hauptstadt Ecuadors, 2.800 m hoch in den Anden
gelegen, ist eine Stadt der Gegensätze. Sonnendurchflutete Avenidas, kunstvoll
verzierte, spanische Kolonialhäuser wechseln sich ab mit modernen Palästen
mitteleuropäischer Couleur. In der etwas höher gelegenen Altstadt findet man
malerische, alte, gepflasterte Gässchen, in denen wir auf Geldbeutel und
Wertsachen besonders achten mussten, denn die Armut der Bevölkerung ist hier
besonders zu spüren. Dennoch, hier pulsiert das Leben von Quito, was die Stadt
so anziehend macht. Vor den zahlreichen Kirchenportalen sowie an anderen
öffentlichen Plätzen fanden wir immer wieder bettelnde Kinder und Alte, die
wohl auf andere Weise ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können.
Andererseits sahen wir eine Menge geschäftstüchtiger Menschen, die mit allen
möglichen Dingen Handel trieben bzw. ihre Dienstleistungen anboten.
Auf den zahlreichen Märkten wurden alle erdenklichen Dinge, hauptsächlich von
Indios, feilgeboten: Bekleidung, exotische Blumen, Fleisch, Fisch, Backwaren,
Folkloreartikel und vieles andere mehr.
In der gesamten Stadt entdeckten wir häufig am Straßenrand Indios in ihren
bunten Trachten, die einen beträchtlichen Anteil an der Bevölkerung
Ecuadors stellen.
Wochentags und insbesondere bei hora pica (in der Rush Hour) werden die Durchgangs- und Ausfallstraßen oftmals von Verkehrschaos und Staus heimgesucht, die altertümlichen Linienbusse, die in kurzen Abständen verkehren, stoßen riesige schwarze Qualmwolken in den Himmel, wodurch ein Spaziergang dort nicht gerade zum Vergnügen wird.
Jedoch im ganzen gesehen war Quito für mich eine interessante und reizvolle Stadt, die es sich lohnt, eines Tages wieder einmal zu besuchen.
Noch einiges zu Land und Leuten:
Ecuador wird im Norden von Kolumbien, im Süden und Osten von
Peru und im Westen vom Pazifischen Ozean begrenzt. Die Fläche beträgt 272.000
qkm (einschl. der Galapagos Inseln). Offizielle Sprache ist Spanisch, eine
große Anzahl der Bevölkerung (Indios) spricht Quechua. Die
Gesamtbevölkerungszahl beträgt ca. 13 Millionen. Diese teilen sich wie folgt
auf: 30% Indianer, 50% Mestizen (Mischlinge: ehemalige Spanier und
Indianer), 8% Schwarze und Mulatten, 10% Weiße (davon 5.000 Deutsche und 3.000
Schweizer), Asiaten und Araber, 2% aller Ecuadorianer gehören einer reichen
weißen Oberschicht an. Trotz Religionsfreiheit sind 93% der Einwohner
römisch-katholisch.
Die Landeshauptstadt Quito hat 1,8 Mio. Einwohner, die größte Stadt ist
Guayaquil mit 2,8 Mio. Bewohnern (Überseehafen und Industriezentrum). Die
höchste Erhebung ist der Chimborazo mit 6.310 m, der "Hausberg" von
Quito ist der Cotopaxi, mit 5.897 m ist er der höchste aktive Vulkankegel
der Erde. Das Klima ist aufgrund der sehr starken Höhenunterschiede des Landes,
am Meer und in den Dschungelgebieten tropisch, dagegen kann es in den
Höhenlagen der Anden recht kalt werden, in der Stadt Quito herrschen während
des ganzen Jahres frühlingshafte Temperaturen von tagsüber ca. 20 - 24 Grad
Celsius.